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Historische Sehenswürdigkeiten in Efferen

Römergrab

Das gut erhaltene Römergrab im Haus Kaulardstraße 2, Ecke Luxemburger Straße (B 265) stellt eine der bedeutendsten römischen Grabanlagen in Deutschland dar.

Es wurde 1899 beim Bau eines Bahnhofsgebäudes für die damals noch auf der Luxemburger Straße verlaufenden Cöln-Bonner Kreisbahn (Vorgebirgsbahn, heute Linie 18) aufgefunden und ist etwa auf das 3. Jahrhundert n. Chr. zu datieren.

In der aus großen, wieder verwendeten roten Sandsteinquadern errichteten Grabkammer stehen zwei in Sockel eingelassene mächtige Sarkophage aus weißem Sandstein.


Der Gewölbeansatz der einst 3,25 m hohen Kammer ist ebenso noch deutlich zu erkennen wie die Eingangstür mit Anschlägen und Türriegel, durch die man auch heute noch die Grabkammer betritt.

Zur Besichtigung kann ein Schlüssel im Archiv der Stadtverwaltung Hürth (Tel. 02233/53-362) ausgeliehen werden. Mit dem Stadtarchiv können auch Gruppenführungen vereinbart werden.

Burg Efferen

Die Geschichte der einst wehrhaften Burg Efferen an der Bachstraße/Ecke Ritterstraße lässt sich bis ins 13. Jh. zurückverfolgen. Efferen gehörte zum Herzogtum Jülich, weshalb die Burg für Jülich wie für die Stadt Köln bei deren langen Auseinandersetzungen mit dem Kölner Erzbischof strategische Bedeutung besaß und im 14. Jh. von der Stadt Köln stark ausgebaut und befestigt wurde.

Der dabei aus Feldbrandziegeln, im Erdgeschoss mit Quadermauerwerk errichtete viergeschossige, gotische Torturm mit spitzbogiger Durchfahrt ist heute das einzige in der Stadt Hürth noch vorhandene mittelalterliche Profanbauwerk.

Die mittelalterliche Burganlage umfasste zumindest noch zwei weitere, kleinere Türme. Das heutige spätbarocke Herrenhaus ließ Franz Freiherr Karl von Bourtscheid ausweislich einer Eisenankerdatierung an der Nordostseite 1769 errichten.

Das zweigeschossige, siebenachsige, unverputzte Backsteingebäude trägt ein hohes Mansardwalmdach. Die repräsentative Straßenfront wird durch einen Mittelrisalit mit aufgeputzter Eckquaderung und Zwerchgiebel mit Wappen der Erbauerfamilie betont. Die geschweifte, zweiteilige Turmhaube stammt ebenfalls aus der Barockzeit. Der die Burg einst umgebende Wassergraben wurde leider im Zuge einer Verbreiterung der Bachstraße 1961 trockengelegt.

Pfarrkirche St. Mariä Geburt

Die 1869/70 von Heinrich Nagelschmidt errichtete, neugotische Pfarrkirche St. Mariä Geburt wurde wie weite Teile des Ortes Efferen durch einen schweren Bombenangriff Ende Oktober 1944 völlig zerstört.

An seiner Stelle entstand 1956 auf der gegenüber liegenden Seite der Kaulardstraße/Ecke Bachstraße ein moderner Neubau, der als kunsthistorisch interessantestes Ausstattungsstück vier mit figürlichen Schnitzereien reich verzierte Chorstühle des 16. Jh. aus der Kölner Stiftskirche St. Maria im Kapitol enthält.

Weitere historische Sehenswürdigkeiten

Von Interesse im alten Ortszentrum an der Bachstraße, durch die bis 1927 der offene Duffesbach nach Köln floss, sind die um 1880 von der Familie Destree, Besitzerin des ehemals benachbarten gleichnamigen Gutshofes, errichtete Gründerzeitvilla Brückmann an der Ecke Brentenstraße sowie die alte Volkschule in der Bachstraße 95, ein seit dem 19. Jh. mehrfach erweiterter Backsteinbau, der seit 1998 unter Denkmalschutz steht und in dem jetzt ein zentrales Haus der Weiterbildung für die Volkshochschule eingerichtet ist.
URL der Website
http://www.huerth.de/stadtpolitik/efferen.php
letzte Änderung
07.11.2016
Erstelldatum
20.06.2016
Druckdatum
15.12.2019

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