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12.11.2018: Bürgermeister legte Kranz nieder

12.11.2018: Bürgermeister legte Kranz nieder

Anlässlich des 80-sten Jahrestages der Reichspogromnacht vor der Gedenktafel am Platz An der alten Synagoge
Foto: Bürgermeister Dirk Breuer und Bürger/innen vor der Gedenktafel
Vor der Gedenktafel am Platz An der alten Synagoge legte Bürgermeister Dirk Breuer als Zeichen der Trauer um die Opfer von Gewalt und Terrorherrschaft einen Kranz nieder. Über 50 Bürgerinnen und Bürger waren seiner Einladung gefolgt.© Stadt Hürth

„Tu‘ Deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu‘ Deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.“ Mit diesem Gedicht aus dem alttestamentarischen Buch der Sprüche eröffnete Kimberley Meinrath, Schülerin der Gemeinschaftshauptschule Kendenich, den dritten Hürther Geschichtstag am Platz "An der alten Synagoge". Musikalisch wurde die Veranstaltung im Stadtteil Alt-Hürth von der Klarinettenlehrerin Beate Konietzny von der städtischen Josef Metternich-Musikschule begleitet.

Über 50 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung von Bürgermeister Dirk Breuer gefolgt und wurden Zeuge, als er vor der Gedenktafel an der Weierstraße als Zeichen der Trauer um die Opfer von Gewalt und Terrorherrschaft einen Kranz anlässlich des 80-sten Jahrestages der Reichspogromnacht vorigen Freitag niederlegte. „In unserer heutigen Zeit erscheint es umso wichtiger, dass die Erinnerungen an die Vorkommnisse des 09.11.1938 nicht in Vergessenheit geraten und dass wir den Mund aufmachen gegen Bestrebungen, die gegen unsere Demokratie und das friedliche Zusammenleben gerichtet sind“, mahnte Hürths Erster Bürger.

Die politische Debattenkultur in den letzten Monaten scheine nicht mehr von Fakten, sondern von Fake-News getrieben zu sein, hob der Bürgermeister in seiner Ansprache hervor. „Vor 80 Jahren wurde ganz konkret sichtbar, was passiert, wenn keiner mehr die Stimme erhebt für die Schwachen; was passiert, wenn die Demokratie verschwindet, wenn Recht und Gesetz nur noch leere Hülsen sind, die Willkür und Menschenrechtsverletzungen bemänteln sollen. Dann sind Gewalt und Elend in grauenerregendem Ausmaß die Folge. Gerade in der heutigen Zeit, wo in Europa und auf der ganzen Welt populistische und demokratiefeindliche Bewegungen wieder auf dem Vormarsch sind, sollte uns die bewusst sein“, betonte Breuer.

Foto: Akampita Steiner und Thomas B. Schumann auf der Bühne im Löhrerhof
Im Löhrerhof fand eine musikalische Lesung mit Thomas B. Schumann und Akampita Steiner statt.© Stadt Hürth

In seinem Vortrag schilderte Stadtarchivar Michael Cöln die Geschehnisse vor 80 Jahren. Er erinnerte an die Gräueltaten, wovon bis zu rund 90 jüdische Bürgerinnen und Bürger betroffen waren. Seinen Ausführungen zufolge hatte ein Großteil der jüdischen Hürther die Großgemeinde verlassen. Im Sommer 1941 seien 11 der noch verbliebenen Juden in einem Haus an der Großen Ölbruchstraße untergebracht worden und wurden Mitte 1942 deportiert. Mindestens 18 Hürther Juden wurden Opfer des Holocaust.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung folgte eine musikalische Lesung im Löhrerhof an der Lindenstraße. Der Publizist, Redner und Ausstellungskurator Thomas B. Schumann und die Musikerin und Schauspielerin Akampita Steiner gestalteten dort passend zum Thema einen musikalischen Vortrag mit Texten um und von der bedeutenden deutsch-jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler, die als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur gilt und auch Zeichnerin war.

URL der Website
http://www.huerth.de/buergerservice/archiv18/2018-11-12_geschichtstag.php
letzte Änderung
13.11.2018
Erstelldatum
13.11.2018
Druckdatum
22.11.2019

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