Kabarnet (Kenia)
Geschichte der Stadt Kabarnet
Die Geschichte der Stadtverwaltung reicht zurück bis zum Jahre 1907, in dem die typische ostafrikanische Streusiedlung vom Kolonialgouverneur des Protektorates Ostafrika zum Verwaltungszentrum für den Baringo-Distrikt bestimmt wurde. Zunächst hieß der Ort Barnet, benannt nach einem gleichnamigen Missionar. Gleichwohl kann man die Vergangenheit Kabarnets leicht mit der Wiege der gesamten Menschheit verknüpfen; denn in seiner Nähe, am Baringo-See, fand man das erste Fossil des aufrecht gehenden Menschen mit seinen Werkzeugen. Diese Funde können auf etwa 750 000 Jahre zurückdatiert werden. Später fand das Ehepaar Leaky (Direktor des Nationalmausoleums Nairobi) den ca. 1,5 Millionen Jahre alten Schädel des scherzhaft genannten "Nussknackermenschen" in Ostafrika (Olduvai-Schlucht). Neueste Funde gut erhaltener menschlicher Skelette weisen ein Alter von ca. 6 Mill. Jahren aus. Somit wird dieses Gebiet zurecht als die Wiege der Menschheit angesehen.
Zentrales Schlachthaus in Kabarnet.
Das britische Ostafrika wurde ab 1920 Kenia genannt. Es entstanden vier Provinzen sowie drei Sonderprovinz-Distrikte. Erst 1952 führte man die kommunale Selbstverwaltung nach dem Vorbild der englischen County Councils ein. Am 12. Dezember 1964 wurde Kenia nach den Mau-Mau-Aufständen zu einer unabhängigen Republik erklärt. Bis dahin gehörte Kabarnet zu der so genannten Enclosed Area, einem Bereich, der nur mit Genehmigung der Behörden betreten oder verlassen werden durfte. Dies wirkte sich naturgemäß auf die Entwicklung des Baringo-Districts und insbesondere seines Verwaltungszentrums Kabarnet nachträglich aus. Nach Erlangen der Unabhängigkeit trugen Stabilität und zunehmende Alphabetisierung zum Wachstum und Aufblühen der Ansiedlung bei, die 1976 den Status einer Gemeinde (Urban Council) erhielt, der 1984 die Stadtrechte verliehen wurde und die 1992 schließlich zur 21. kreisfreien Stadt (Municipality) in Kenia erhoben wurde. Erst 1993 erhielt sie das Recht, ein Stadtwappen zu führen.
Kabarnet ist der Verwaltungssitz des dünn besiedelten Baringo Districts. Der Name stammt von dem See, der sich an die Ostwand des Ostafrikanischen Grabens anschmiegt. In seiner Entwicklung liegt er deutlich hinter den südlicher gelegenen Landesteilen zurück, und er zählt zu den rein ländlichen Lebensräumen (95%) Kenias. Einerseits fruchtbares Hochland (2000 m), anderseits halbtrockene Landschaft, aber mit einem attraktiven Landschaftsbild ausgezeichnet, macht gerade er deutlich, weshalb Kenia den Safari-Tourismus so sehr anzieht. Der 70 km von Kabarnet gelegene Nationalpark Bogoria-See mit seiner Vogelwelt und als Brutstätte der kleinen rosa Flamingos vermittelt einen der schönsten Anblicke in ganz Afrika. Auch die Aussicht von den Tugen-Bergen auf das Kerio-Tal überrascht in ihrer Zauberhaftigkeit.
Die Urbevölkerung des Baringo Districts setzt sich aus Tugen, Pokot und Njemps zusammen. Doch in Kabarnet sind fast alle kenianischen Stämme vertreten. Auf dem Lande leben viele Kenianer in einfachen Hütten aus Zweigen und Lehm mit Kegeldach, das mit Gras oder Schilf abgedeckt ist. Abseits der Durchgangsstraßen trifft man in Kabarnet zahlreiche solcher Hütten.


