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Ökologisch und Fair einkaufen


Der Arbeitskreis "Ökologisch und Fair Einkaufen in Hürth", ein Arbeitskreis der Lokalen Agenda, hat sich bereits vor der Auftaktveranstaltung der Hürth-Agenda 21 im Jahr 2000  gegründet.

Das erste Projekt dieser Gruppe war die Herausgabe einer Broschüre zu diesem Thema. Schnell war klar, dass man sich auf wenige Bereiche konzentrieren muss. Neben Bioläden und Biobauern bieten heute immer mehr Supermärkte "Öko-Ecken" an. Viele konventionelle Produkte erhalten von der Zeitung "Ökotest" gute Noten, während manchmal Bioprodukte gar nicht so "bio" sind. Im Bereich Baby und Kleinkinder boomt der Biomarkt; es gibt Ökoversandhäuser, natürliche Kosmetik ohne Tierversuche, einige kirchliche Gruppen, die mit viel Engagement Eine-Welt-Produkte verkaufen, Ökologisch Bauen, Fahrradläden, Secondhand usw.

In Hürth gibt es jedoch keinen einzigen Biohof. Für mache überraschend gibt es aber eine Reihe von konventionell arbeitenden Höfen, die ab Hof ihre Produkte verkaufen und Obst und Gemüse in hervorragender Qualität liefern. In unserer Liste können Sie erfahren, wo Sie Eier von Hürther Hennen, Fleisch von Hürther Rindern kaufen können. Da wissen Sie, wo es herkommt und können sich genau informieren wie sie gehalten werden.


Konventionelle Bauernhöfe aus Hürth:

Ein konventionell betriebener Bauernhof wird nach betriebsökonomischen Grundsätzen mit Hilfe von moderner Technik und unter zu Hilfenahme von chemischen Düngemitteln und Pestiziden bewirtschaftet. Die Tierhaltung erfolgt in erster Linie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, das heißt, Schweine erhalten kaum Auslauf, Kälber werden frühzeitig von der Mutterkuh abgesetzt, Puten werden in großen Hallen gehalten...

Es handelt sich also um einen ganz "normalen" landwirtschaftlichen Betrieb. Der größte Teil unserer Nahrung wird auf diese Weise hergestellt und in unseren Supermärkten verkauft. Deutschlands Bestimmungen bei der Lebensmittelerzeugung sind hier im Vergleich zu anderen Ländern sehr streng und werden gut kontrolliert.

Viele Verbraucher haben bei der modernen Landwirtschaft das Bild von der Massentierhaltung von Hühnern in DIN A 4 großen Käfigen vor Augen oder den Bauern mit der Giftspritze. Dies ist natürlich nicht ganz falsch, aber meist auch nicht ganz richtig.

Es gibt viele Bauern, die ihre Hühner zwar mit konventionellem Futter füttern, ihnen jedoch täglich Auslauf gewähren. Viele Schweine und Kühe werden wieder auf Stroh gehalten und der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft wird heute allein schon aus finanziellen Gründen viel genauer berechnet und sparsamer dosiert!

Landwirte sind in einer Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen eingebunden. Der größte Teil der heimischen Streuobstwiesen, wichtige Heimatstätten für viele Insekten und Vögel, wird von ihnen betreut. Der Greifvogelschutz wäre ohne Mitarbeit der Bauern, die erlauben, dass Anflugstangen auf ihren Feldern aufgestellt werden, nicht denkbar.


Warum kann man auf den Hürther Bauernhöfen ökologisch einkaufen?

  • Die Waren kommen direkt vor Ort und haben keinen langen Transportweg mit all seinen schädlichen Folgen für die Umwelt hinter sich.
  • Die Waren sind in der Regel unverpackt und können ohne Probleme sofort in den mitgebrachten Einkaufskorb gepackt werden. Milch wird in mitgebrachten Milchkannen oder -flaschen abgefüllt, Eierkartons werden wiederverwertet. Das spart Müll und Energie!
  • Sie wissen, woher die Waren stammen. Sie kommen an den Feldern vorbei, sehen die Hühner auf der Wiese picken, können nachfragen, womit die Schweine gefüttert werden und können manchmal sogar die Ställe begutachten! Sie kaufen beim Bauern Ihres Vertrauens ein und können ziemlich sicher sein, dass ihr Fleisch frei von BSE und ähnlichen Skandalen ist.
  • Umgekehrt lernt der Landwirt seine Kunden kennen und kann sich besser auf die geäußerten Wünsche einstellen.
  • Die Ware zeichnet sich vor allem durch ihre gesunde Frische aus.
  • Immer mehr Bauern kämpfen um ihre Existenz. Der naturnahe Bereich der Landwirtschaft prägt jedoch vor allem die dörflicheren Bereiche in Hürth. Neben vielen praktischen Naturschutzmaßnahmen, in denen die Landwirte eingebunden sind, bietet die Landwirtschaft im Gegensatz zur Stadt und den Industrieflächen vielen Pflanzen und Tieren eine Nische zum Leben.
  • Ein besonderes "Bonbon" ist gerade für Kinder der Einkauf auf dem Bauernhof: die Hofkatzen schnurren um die Beine, die Kuh ist gar nicht lila, die Ferkel können ganz schon laut quicken, man darf evtl. mithelfen, Eier aufzuheben und das Pony streicheln ...

Biohöfe aus der Region:

Es gibt eine Vielzahl von ökologischen Anbauweisen, die für den Laien nicht immer einfach zu überblicken ist. Hier sind die wichtigsten bundesweiten Anbauverbände im Überblick: (aus ökoLandbau Aktionstage `99; Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NRW)

ANOG (Arbeitsgemeinschaft für naturnahen Obst-, Gemüse- und Feldfruchtanbau e.V.)
Die ANOG ist der zweitälteste ökologische Anbauverband in Deutschland. Speziell für den Obst- und Gemüseanbau 1962 gegründet, wurden zunehmend auch Öko-Betriebe mit Ackerbau und Tierhaltung Mitglied. Heute sind ökologisch wirtschaftende Betriebe jeder Ausrichtung im Verband vertreten. Ein Hauptziel des Verbandes ist die Weiterverbreitung und -entwicklung des Öko-Landbaus in der Praxis, um den Verbrauchern qualitativ hochwertige Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zu liefern. Gleichzeitig leisten unsere Betriebe durch ihre nachhaltige Landwirtschaft einen Beitrag für den Schutz und den Erhalt unserer Natur und Umwelt.

Bioland
Mit mehr als 300 Bauernhöfen und Gärtnereien ist Bioland NRW der größte Ökolandbau-Verband. Über 40 Vertragsunternehmen, z.B. Bäckereien, Molkereien und Metzgereien, verarbeiten Bioland-Erzeugnisse zu gesunden und vollwertigen Lebensmitteln. Von der Milch bis zum Käse, vom Getreide bis zum Brot - die strengen Bioland-Richtlinien bestimmen die Erzeugung und Verarbeitung aller landwirtschaftlichen Produkte: Die Bauern verwenden keine synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel, in der Tierhaltung werden keine Wachstumsförderer und keine Tiermehle eingesetzt, Bioland-Bäcker und Metzger verzichten auf synthetische Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Gentechnologische Verfahren sind für Bioland-Erzeuger und -Verarbeiter selbstverständlich tabu.

Demeter
Die Mitglieder des Demeter-Verbandes arbeiten nach der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, die 1924 von Rudolf Steiner entwickelt wurde. Die Besonderheit dieser Methode besteht im Einsatz von speziellen Heilpflanzenpräparaten, die von den Landwirten und Gärtnern zur Anregung des Bodenlebens und des Wachstums sowie zur Pflege von Kompost und Mist eingesetzt werden. Irdische und kosmische Lebenszusammenhänge und Rhythmen werden einbezogen und der Betrieb als Organismus entwickelt.

Naturland
Naturland NRW wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, den ökologischen Landbau zu verbreiten. Die Entwicklung des ökologischen Landbaus in NRW, frei von Ideologien und Dogmen, liberal und praxisnah - so wünschten es sich die Verbandsgründer. In Naturland NRW sind mehr als 100 Betriebe mit mehr als 4.300 Hektar organisiert. Gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte sind die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes. Unabhängige Kontrollen sichern das notwendige Vertrauen der Kunden in Qualität und Richtlinienkonformität der Naturland-Produkte.


Einkaufen auf dem Biohof:

  • Die Lebensmittel sind frei von Chemie und deshalb besonders auch für die gesunde Ernährung von Babys und Kindern empfehlenswert (aber natürlich auch für Ihre eigene Ernährung!).
  • Die Ökologische Landwirtschaft nimmt konsequent Rücksicht auf das Kreislaufsystem der Natur. Das Grundwasser wird geschont; der Boden mit größter Sorgfalt bearbeitet; praktische Naturschutzmaßnahmen wie Hecken, Erhalt von Streuobstwiesen und Feldinseln gehören zu den Richtlinien.
  • Artgerechte Tierhaltung und Freilauf sind selbstverständlich.
  • Lebensmittel werden ohne Zusatz von Farbstoffen, künstlichen Konservierungsstoffen etc. weiterverarbeitet.
  • Die Waren sind teurer als konventionelle Produkte, da sie aufwendiger (umweltschonender) hergestellt werden.
     

Schon wer einmal in der Woche ein Biobrot kauft, ermöglicht es einem Bauern, einen Hektar Land nach ökologischen Richtlinien zu bewirtschaften. Besser kann Umweltschutz kaum schmecken!

In Hürth selber gibt es leider keinen Biohof. Es ist aber auch sehr interessant, einen Biohof in der etwas weiteren Umgebung zu besuchen - viele verfügen über einen sehr gut sortierten Hofladen. Die Waren werden jedoch zum großen Teil ohnehin regional vermarktet. Das heißt, die Bauern arbeiten mit den Hürther Bioläden und Reformhäusern zusammen. Dort können Sie erfragen, welches Gemüse von welchem Biohof stammt und Sie ersparen sich und der Umwelt den weiten (Auto-)weg.





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