Die Pfarrkirche Sankt Ursula in Hürth-Kalscheuren
Nachfolgend wird Ihnen ein Video über die Pfarrkirche Sankt Ursula
bereitgestellt. Ziel ist es, Ihnen hiermit den denkmalgeschützten Kirchenbau und
dessen Entstehungsgeschichte näher zu bringen.
Der Internetauftritt der Stadt Hürth wird für Sie barrierefrei gestaltet.
Entsprechend diesem Grundsatz erhalten Sie unterhalb des Videos eine
Inhaltsangabe zum Video. Weiter wird Ihnen im Player selbst eine erklärende
Audiospur sowie Bildunterschriften zum Gezeigten angeboten.
Die Glocken sind verstummt. Das ewige Licht erloschen, geblieben sind ein munterer Hahn auf dem Kirchturm und ein einzigartiger Kirchenrundbau.
Der Pritzker-Preisträger und Architekt Prof. Gottfried Böhm schuf in den Jahren 1954-1956 nach den Vorentwürfen seines Vaters Prof. Dominikus Böhm den Bau der Kirche Sankt Ursula in Hürth-Kalscheuren.
Ursprünglich wurde der Bau auf einem rund 10.000 qm großen Freigelände errichtet. Inzwischen sind Wohnhäuser rund um den Kirchenbau errichtet. Ein Denkmal wurde im Dorf gelassen und das Dorf ist näher herangerückt.
Überragt wird der Kirchen-Kuppelbau von der freistehenden Campanile- dem Glockenturm. Er trug fünf Glocken die 1958 von Wolfgang Haussen-Mabilon gegossen wurden.
Auch wenn das Bauwerk nicht mehr die Funktion eines Gotteshauses hat und die Glocken nicht mehr zum Gottesdienst rufen, ein Besuch lohnt.
Denn hier ist ein Meisterwerk gelungen. Schon von außen besticht das Gebäude den Betrachter. Das elegante Kuppeldach wird von vorgestellten, schlanken Pfeilern getragen.
Seit 1993 steht der Kirchenbau unter Denkmalschutz. In der Begründung werden besonders die künstlerischen, architekturgeschichtlichen wie auch städtebaulichen Akzente hervorgehoben.
Beeindruckend, die Schlichtheit mit der sich das Gebäude schmückt. Keine bunt verglasten Fenster, keine Figuren und Putzen sondern klare Formen ohne Schnörkel sind es, die dieses Bauwerk wirken lassen.
Die Handschrift der Böhms, das konsequent realisiert Konzept fügen den Bau zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.
Sobald man die Kirche betritt gerät man ins Staunen, eine faszinierende, schlichte Schönheit offenbart sich. Das Geheimnis: weniger ist mehr! Im Inneren beschränkte man sich auf wenige Materialien: Stahlbeton, hellen Terrazzoboden und in ein sehr filigranes Metallnetz gefasstes Industrieglas.
In St. Ursula haben Architektur und Kunst eine perfekte Symbiose gefunden.
Der runde Raum wird durch sechs Konchen unterbrochen. Konche stammt aus dem lateinischen und bedeutet Muschel. Wie Muscheln gibt jede dieser Nischen einem Sakrament seinen Platz.
Die schlichten Fenster, durch die das Tageslicht sein Schattenspiel treibt, symbolisieren ein Fischernetz. Langsam gleitet unser Blick an diesen Schönheiten empor.
Er wird gefangen von einem schmalen Lichtband. Mit beeindruckender Leichtigkeit scheint es die Kuppel vom Mauerwerk zu lösen. Lässt die schwere Betonkuppel scheinbar schweben.
Doch der Betrachter hat unter dem Deckenrund noch mehr zu staunen. Denn die Kuppel ist liebevoll geschmückt, mit einer kleinteiligen meisterhaft zusammengesetzten Holzverkleidung.
Dann zieht es den Blick zurück in die Konchen. Thema von Sankt Ursula waren die sieben Sakramente der katholischen Kirche. Jedem Sakrament wurde eine Nische gewidmet.
Einzig das Sakrament der Firmung, symbolisiert durch eine bronzene Taube, ist nicht in einer Nische platziert, sondern schwebt mit erhabener Eleganz über dem zentralen Mittelpunkt der Kirche.
Nahezu zurückhaltend und bescheiden wirkt dagegen das Symbol für die Priesterweihe. Der Abgang zur Sakristei rechts des Eingangs müsste hier noch mal gezeigt werden.
Lassen wir den Blick weiter schweifen. Mit liebevollen Bronzearbeiten verziert, entdecken wir in der Eingangsnische das Taufbecken. Das Sakrament der Taufe findet hier seine Darstellung.
Ebenso schlicht, wie schön präsentiert sich in der Ostkonche der Altar mit Tabernakel. Er wurde aus rotem italienischem Marmor gefertigt. Diese beiden Elemente symbolisieren die Eucharistie.
Weiter geht es rechts neben dem Altar zum Beichtstuhl, dem Symbol für das Bußsakrament. Auch er wurde aus feinstem Marmor hergestellt und passt perfekt, wie alles in diesem Gebäude in das Gesamtkonzept. Das zeigt sich auch beim Taufbrunnen.
Der Deckel für den Taufbrunnen visualisiert Szenen der Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis aus der Heiligen Schrift. Der Entwurf stammt von Professor Elmar Hildebrand.
Der Schrein mit den heiligen Ölen in der Nische links neben dem Eingang symbolisiert die Krankensalbung.
Auch hier sind es wieder die liebevollen Details, wie das aus Bronze gegossene Türchen, es stellt Christus am Ölberg dar, die den Betrachter staunen lassen.
Harmonisch in das Konzept eingebettet, das Sakrament der Ehe. Es wird vertreten durch den Marienaltar links des Hauptaltars. Die Marienfigur aus dem Jahre 1725 wurde von einem unbekannten Künstler geschaffen, ein Ausnahme.
Denn an der Gestaltung des Innenraums mit Kunstwerken waren nur wenige beteiligt. So wurde in diesem Bau Kunst lebendig. Gebäude und Einrichtung verschmelzen zu einer Einheit. Das komplexe architektonische und künstlerische Konzept wird unterstrichen vom Altartisch, der ebenso wie die der Marienaltar, Taufbecken, Beichtstuhl und die Stele des Tabernakels nach Plänen von Gottfried Böhm entstanden. Böhm und Prof. Elmar Hillebrand schufen den größten Teil der Kunstwerke.
Die Kommunionbank, der Deckel des Taufbrunnens, die Darstellung zur Schöpfung, das Türchen am Tabernakel und die Rundbänke wurden nach Entwürfen von Prof. Elmar Hillebrand geschaffen.
Das Besondere an Sankt Ursula bildet die einzigartige Einheit aus Kunst und Architektur.
Alle Bronzearbeiten wurden bei der Degussa gegossen.
Einige Mitarbeiter, die daran beteiligt waren, leben heute noch in Hürth-Kalscheuren.
Vermutlich finden Sie des öfteren den Weg in diesen einzigartigen Bau und erinnern sich mit den Worten: "Denk mal ...".
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